Nein, nichts, niemals, nie – in diesem Kapitel gehen wir der italienischen Verneinung auf den Grund. Dabei werfen wir einen Blick auf die Satzstellung, die doppelte Verneinung und den Gebrauch von Adverbien der Zeit in der Verneinung.

Bildung und Verwendung von Verneinungen im Italienischen
Wo im Deutschen noch gegrübelt werden muss, ob die Verneinung mit ‚nicht’ oder ‚kein’ gebildet wird, steht im Italienischen immer ‚non’. So gesehen ist die italienische Verneinung eigentlich ganz einfach. Die Wortstellung ist allerdings unterschiedlich: Die Verneinung (‚non’) steht in der Regel vor dem Verb! Beispiel:
Non voglio bere una birra. Ich möchte kein Bier trinken.
Non ho visto questo film. Ich habe diesen Film nicht gesehen.
Im Unterschied zum Deutschen wird in der italienischen Grammatik allerdings oft die doppelte Verneinung benutzt. Wird die Verneinung aus non + nessuno / da nessuna parte / nulla / niente zusammengesetzt, steht ‚non’ wie oben genannt, vor dem Verb und der zweite Teil der Verneinung hinter dem Verb. Beispiele:
Non trovo la chiave da nessuna parte. Ich finde den Schlüssel nirgends.
Non ha detto niente. Er hat nichts gesagt.
Neben non gibt es in der italienischen Grammatik Indefinita bzw. Indefinitpronomen, die zur Bildung der Verneinung gebraucht werden können. Dazu gehören:
nessuno – niemand, keiner, kein
niente, nulla – nichts
neanche – auch nicht
nemmeno – nicht einmal
mai – niemals
senza che – ohne dass
da nessuna parte – nirgends
mica – nicht, kein
Um eine Verneinung besonders zu betonen oder zu verstärken, wird die Verneinung um bestimmte Ausdrücke ergänzt. Dazu gehören:
proprio nulla – überhaupt nichts
nulla di nulla – ganz und gar nichts
niente die niente – gar nichts
più nulla – nichts mehr
assolutamente nessuno – überhaupt niemand
un bel nulla – rein gar nichts
Die Wortstellung entspricht der ‚normalen’ Verneinung. Beispiel: Non ha chiamato assolutamente nessuno. Es hat überhaupt niemand angerufen.
Besonderheiten bei der Verwendung von Verneinungen im Italienischen
Die Verneinungen nessuno, neanche und nemmeno können auch ohne das ‚non’ vor dem Verb benutzt werden. Beispiel:
Nessuno ha trovato la chiave. Niemand hat den Schlüssel gefunden.
Nemmeno Giulia ha visto il film. Nicht einmal Giulia hat den Film gesehen.
Auch bestimmte Zeitbegriffe bzw. Adverbien der Zeit können in eine Verneinung eingebaut werden. Dabei steht das ‚non’ wieder vor dem Verb und der Rest der Verneinung hinter dem Verb. Dies gilt zum Beispiel für folgende Ausdrücke:
non ancora – noch nicht
non più – nicht mehr
Beispiele:
Non sono ancora arrivato. Ich bin noch nicht angekommen.
Non è più possibile. Es ist nicht mehr möglich.
Eine weitere Besonderheit: Die Verneinung mit ‚weder ... noch’ wird im Italienisch mit „né ... né“ gebildet. Beispiel:
Né voglio né posso pagarlo. Weder will ich es, noch kann ich es bezahlen.
Auch mica und macché kommt eine besondere Bedeutung zu: ‚mica’ kann in negativen Sätzen benutzt werden, um die Verneinung zu verstärken. Beispiel: Non ho mica capito niente! Ich habe überhaupt nichts verstanden.
‚macché’ wird in negativen Antworten benutzt. Es wird allein verwendet oder wiederholt ein Element, das schon im vorherigen Satz benutzt wurde und verneint ihn oder verstärkt die negative Bedeutung. ‚macché’ drückt eine absolute Verneinung aus. Beispiele:
Hai visto Gianni? Macché, non lo vedo da giorni. Hast du Gianni gesehen? Ach was, ich habe ihn seit Tagen nicht gesehen!
Marco è proprio antipatico. Macché antipatico, è proprio insopportabile! Marco ist unsympathisch. Unsympathisch? Er ist unerträglich!
Beispiele und Übungen zu Verneinungen im Italienischen
Lernvideo Italienisch "Interview mit Filippo":
Non hai nessun amico a Firenze?
Lernvideo Italienisch "Isabella über Pasta al Pesto aus Genua":
A lei non piacciono gli spaghetti.
Lernvideo Italienisch "nach dem Weg fragen":
Scusa, ma non ho mica capito la tua spiegazione.
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