Wozu braucht man eigentlich eine Kommissarin für Mehrsprachigkeit? Wo sitzt die und was macht die genau? dalango stellt in dieser Woche EU-Kommissarin Androulla Vassiliou vor.
In der Europäischen Union gibt es 23 Amts- und Arbeitssprachen. Dazu gehören Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Irisch, Italienisch, Lettisch, Litauisch, Maltesisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch. Dazu kommen 60 Regional- und Minderheitensprachgemeinschaften, die von etwa 40 Millionen Menschen gesprochen werden. Um dieses Sprachengewirr zu bändigen, gönnte sich die EU von 2007 bis 2010 einen eigenen Kommissar für Mehrsprachigkeit. Das war Leonard Orban.
Seit Februar 2010 ist Androulla Vassiliou für das Thema Mehrsprachigkeit in der EU zuständig. Allerdings nicht mehr als Kommissarin für Mehrsprachigkeit, sondern als EU-Kommissarin für Bildung, Kultur und Jugend sowie für Mehrsprachigkeit. Damit ist sie Mitglied der Europäischen Kommission mit Sitz in Brüssel – und hat ganz schön viel zu tun.
Allein für den Bereich Mehrsprachigkeit geht es um folgende Themen:
- die Förderung des frühen Fremdsprachenlernens
- das Konzept des lebenslangen Lernens
- den Schutz und die Förderung von Regional- und Minderheitensprachen
Auf ihrer Webseite schreibt Vassiliou über ihre politischen Ziele in Sachen Mehrsprachigkeit:
„Der Erwerb und die Anwendung von Fremdsprachen bringt berufliche wie auch gesellschaftliche Vorteile mit sich und fördert das Bewusstsein um die kulturelle Vielfalt, die fester Bestandteil des Reichtums der EU ist. Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, die 23 Amtssprachen der EU zu fördern, sondern müssen uns auch den 60 Regional- und Minderheitssprachen in Europa widmen.
Eine meiner Hauptaufgaben wird darin bestehen, den Spracherwerb von frühem Alter an zu fördern. Dabei ist das Ziel, dass jeder EU-Bürger neben seiner Muttersprache mindestens zwei Fremdsprachen erlernt. Sprachkenntnisse sind ein Schlüssel für bessere Beschäftigungsaussichten, Kommunikation und ein besseres Verständnis innerhalb und außerhalb Europas.“
Vassiliou spricht übrigens Griechisch, Englisch und Französisch. Damit erfüllt sie schon mal das genannte Ziel. Ihr Vorgänger Orban durfte sich in seiner Amtszeit „nur“ mit dem Thema Mehrsprachigkeit beschäftigen. Wie viel Zeit Vassiliou neben dem Einsatz für Bildung, Kultur, Jugend und Sport noch für die Förderung der Mehrsprachigkeit bleibt, wird man sehen.
Wer mehr wissen will - hier noch ein paar Links:
offizielle Seite von Androulla Vassiliou
ps: nein, wer dalango Express (Zugang für Englisch, Business Englisch, Spanisch, Italienisch und Spanisch) bucht, der ist noch nicht automatisch mehrsprachig. Aber eine gute Idee natürlich für die, die es werden wollen... :)
pps: unsere Kollegen aus der Redaktion von Business Spotlight haben gerade ein neues Magazin vorgestellt: Business Spotlight International ist ein einsprachiges Magazin für Business Englisch. Wer Business Englisch lernen möchte, sollte einen Blick auf die erste Ausgabe werfen und sich einen eigenen Eindruck machen. Hier kann das Heft von "Business Spotlight International" kostenlos heruntergeladen werden. Übrigens, auf Business-Spotlight.de könnte Ihr ein Interview mit dem ehemaligen Komissar für mehrsprachigkeit, Leonard Orban, lesen.
Fotos: European Commission, Spotlight Verlag


